Lucky 31 im Vergleich: zehn Wettanbieter mit deutscher Erlaubnis

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben der Anbieter wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Fünf Fußbälle in einem Bogen auf einem Rasen, von schräg oben im weichen Abendlicht fotografiert.
Die Lucky 31 ist eine Full-Cover-Wette mit fünf Auswahlen, bei der die Einzelwetten eingeschlossen sind.

Die Zahlen auf einem Wettschein sehen harmlos aus, bis man die Zeilen zählt. Wer fünf Auswahlen zu einer Lucky 31 verbindet, gibt nicht einen Einsatz ab, sondern einunddreißig — und genau dort entscheidet sich, ob eine Full-Cover-Wette ein durchdachter Aufbau oder ein teurer Irrtum ist. Ein Anbieter, der Systemwetten mit Einzelwetten gar nicht erst zulässt, nimmt dem Spieler diesen Aufbau komplett aus der Hand. Ein Anbieter, der ihn zulässt, aber jeden Gewinn um einen Quotenabschlag kürzt, nimmt ihm die Hälfte des Witzes. Und ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis nimmt ihm im Zweifel noch mehr, dazu mehr im Abschnitt zur Legalität von Anbietern ohne Erlaubnis.

Deshalb steht hier am Anfang nicht die Frage, wer die schönste Startseite hat, sondern wer das Format überhaupt trägt. Zehn Veranstalter sind es, die in Deutschland eine Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist halten und damit für diese Spielform in Frage kommen. Auf Systemwetten spezialisiert hat sich von ihnen laut eigener Systemtabelle einer. Ein zweiter hat das Format in der eigenen Wettanleitung sogar mit einer eigenen Bezeichnung hinterlegt. Bei den übrigen acht hängt es am Wettprogramm und am Konfigurator, den jeder von ihnen anders bestückt.

Die zehn Wettanbieter mit Lucky-31-Tauglichkeit im Überblick

Die Reihenfolge dieses Vergleichs folgt einer einzigen Frage: Wie sauber lässt sich eine 31-Wetten-Struktur bei einem Anbieter überhaupt platzieren, und was zieht der Anbieter davon ab? An erster Stelle steht das Geld, das der Veranstalter behält. Danach die Frage, ob er Systemwetten mit Einzelwetten in seinem Programm führt. Erst am Ende kommt, was Werbung üblicherweise zuerst nennt: das Willkommensangebot.

Ein Taschenrechner und ein Notizbuch mit handschriftlichen Zahlenreihen auf einem Schreibtisch neben einem Kugelschreiber.
Laut der Systemtabelle von ODDSET ergibt das System „ALL“ bei fünf gewählten Tipps 31 Wetten (Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen).
Wettanbieter GGL-Whitelist: Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
MERKUR BETS Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
Wettarena I.B.C. Sportsbetting Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022
bwin bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022
AdmiralBet Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024
LeoVegas LVSports Limited 21.10.2024
Sportingbet Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
Tipico Tipico Co. Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022
Betway Betway Limited 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022
ODDSET Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022
bet365 Hillside (Europe) ENC 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022

Die Spannweite in der letzten Spalte ist der eigentliche Befund. Zwischen der ersten Erlaubnis von Wettarena, bwin, AdmiralBet, Sportingbet, Tipico und bet365 aus dem Oktober 2020 und der von LeoVegas aus dem Oktober 2024 liegen vier Jahre. Vier Jahre sind in diesem Markt eine ganze Generation von Bonusbedingungen. Wer heute einsteigt, sollte wissen, dass eine Erlaubnis über fünf Jahre läuft und die Whitelist nur das Ausgabedatum führt, kein Enddatum. Ein Eintrag dort ist also eine Existenzaussage, keine Zukunftsgarantie.

Aufschlussreich ist auch, was die Whitelist über mehrere Zeilen verteilt: Wer für sein Sportangebot greentube, I.B.C., Hillside oder Merkur Bets Malta als Inhaber nennt, betreibt daneben oft noch virtuelle Automatenspiele — und das sind rechtlich andere Erlaubnisse mit anderen Regeln. Ein Kasino-Permit sagt über das Sportangebot nichts. Wer also prüft, ob ein Anbieter „erlaubt“ ist, prüft genau genommen eine Domain unter einem bestimmten Erlaubnistitel und nicht eine Marke.

Was eine Lucky 31 tatsächlich ist: 31 Wetten, ein Wettschein

Eine Lucky 31 ist eine Full-Cover-Wette mit fünf Auswahlen, bei der die Einzelwetten eingeschlossen sind. Diese Definition ist der Kern des Formulars und zugleich die Antwort auf fast alles, was danach kommt. Fünf Auswahlen lassen sich nach mathematischen Gesichtspunkten nämlich nicht nur zu einer Fünferkombination verbinden, sondern zu jeder erdenklichen Teilmenge: zehn Doppel, zehn Dreier, fünf Vierer, eine Fünferkombination — und eben auch die fünf Einzelwetten obendrauf. Macht 5 + 10 + 10 + 5 + 1 = 31 Wetten.

Ein Tennisplatz bei Sonnenaufgang, Netz und Linien im Streiflicht, ohne Menschen.
Der Höchstgewinn bei Wettarena kann laut AGB bis zu 250.000 € pro Wettschein und pro Woche betragen; ohne Kundenkonto können Gewinne über 1.999,99 € nicht ausgezahlt werden.

Genau diese Summe ist in der Systemtabelle von ODDSET hinterlegt: Das System „ALL“ ergibt bei fünf gewählten Tipps 31 Wetten — Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen. Damit taugt die Systemtabelle eines deutschen Anbieters als Prüfstein für die Zahl, die anderswo nur als Werbeversprechen auftaucht. Wer zwei Anbieter vergleicht und bei dem einen 31, bei dem anderen 26 Zeilen im Wettschein findet, hat nicht zwei Varianten desselben Systems vor sich, sondern zwei verschiedene Wetten unter einem Namen.

Und das Einzelwetten-Häkchen ist der eigentliche Unterschied. Eine Full-Cover-Wette ohne Einzelwetten gibt es zwar auch, sie heißt dann aber nicht Lucky 31. Der entscheidende Nebeneffekt ist sozialer Natur: Wenn drei von fünf Auswahlen aufgehen, zahlt eine Kombination aus lauter Vierern fast nichts aus, eine Struktur mit Einzelwetten dagegen schon. Ein Anbieter, der nur Kombiwetten kennt, verschiebt das Risiko des Spielers nach hinten, in den Bereich, in dem man die komplette Wette braucht.

Namen sind hier ohnehin traditionsreicher als Systematik. Die Zahl im Namen steht für die Anzahl der Wetten, nicht für die Auswahlen. Wer bei zehn Auswahlen landet, spricht von einer Zehner-Kombination mit Einzelwetten und nicht mehr von einer Lucky-Form. Der englische Begriff „Lucky“ ist reines Marketing — an einer Wette wird nichts glücklicher, nur weil sie einen Spitznamen trägt.

Was nach dem Abgeben passiert: Was der Aufbau für den Betrag auf dem Wettschein bedeutet

Zwischen der Entscheidung für fünf Tipps und der Anzeige des Gesamteinsatzes liegt ein Schritt, den viele überspringen. Der Teileinsatz, den der Spieler vorgibt, wird mit 31 multipliziert. Bei 1 € pro Linie wären das 31 €, bei 5 € ganze 155 €. Das ist die erste echte Konsequenz des Formats: Die Stakes-Obergrenze des Spielers gilt nicht für den Wettschein, sondern pro Linie.

Die zweite betrifft die Auszahlung und hat einen eigenen Namen: Jede der 31 Wetten hat eine eigene Quote, die sich aus ihren eigenen Auswahlen multipliziert. Eine Viererkombination aus vier Außenseitern kann eine deutlich höhere Quote tragen als die Fünferkombination aus den zwei Favoriten darin. Genau das macht Systemwetten für Anbieter unangenehm — das Gesamtrisiko ist über 31 Positionen gestreut und nicht über eine einzige. Deshalb die dritte Konsequenz: ob überhaupt erlaubt.

Nach § 21 Abs. 1 GlüStV sind feste Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon als Einzel- oder Kombinationswette zulässig, allerdings nur in den Wettarten, die die GGL zugelassen hat. Systemwetten tauchen in dieser Aufzählung nicht als eigenständige, immer zu gewährende Wettart auf. Jeder Veranstalter entscheidet also im eigenen Wettprogramm, ob er eine Full-Cover-Struktur anbietet — und in welcher Ausführung. Das ist die praktische Konsequenz aus dem Konzept: Der Anbieter bestimmt, ob aus dem Formular Form wird.

Lucky-31-Beispielrechnung: was der Full-Cover-Aufbau zurückzahlt

Rechnen lässt sich der Aufbau trotzdem, unabhängig davon, wer ihn anbietet. Nehmen wir drei illustrative Quoten von 1,50, 2,00 und 2,50, einen Einsatz von 1 € pro Linie und fünf Auswahlen, für die wir diese drei Quoten kombinieren — ein Rechenbeispiel, kein quotierter Preis eines Anbieters. Wieder zahlen wir 31 € für den kompletten Aufbau.

Bei diesem Rechenschema hängt das Ergebnis mehr von der Anzahl der aufgehenden Auswahlen ab als vom Einzelaufbau, und deswegen gehört es als Band mit einer Bedingung aufgeschrieben. Der günstigste Fall für den Spieler mit drei Treffern liegt vor, wenn die drei kürzesten Quoten aufgehen. Unter der Annahme, dass nur der kleinste Teil der Wetten mit den niedrigen Quoten gewinnt, fällt die Rückzahlung noch leicht unter die eingesetzten 31 €. Werden dagegen fünf von fünf Tipps gutgeschrieben, wächst der Rückfluss auf ein Vielfaches des Einsatzes.

Um bei fünf Treffern überhaupt in diese Größenordnung zu kommen, muss die Gesamtquote aus den drei Faktoren 1,50, 2,00 und 2,50 genau die fünffache verwendete Quote durch die zwei übrigen Multiplikatoren strecken; jede weitere Auswahl hebt die Auszahlung exponentiell nach oben. Das ist zugleich die Warnung, die in dieser Rechnung steckt: Die drei kürzesten Quoten sind die einzigen, die den Wettschein zuverlässig zu einem Teilgewinn machen. In der Regel wählt man deshalb jedenfalls eine Mischung aus einer kurzen und vier riskanteren Auswahlen — mit einer kurzen Quote zusammengestellt, verpackt die Wette dieses Bedürfnis ungünstig.

Die praktische Schlussfolgerung aus dieser Logik ist unbequem: Ein einzelner Treffer zahlt um ein Vielfaches weniger als einen Einsatz aus; zwei oder drei Treffer tragen den Rest des Wettscheins. Wer auf zwei Außenseiter tippt und den Rest auf Favoriten, bekommt erst dann etwas zu sehen, wenn auch die Kombinationen der Favoriten hochgehen. Deshalb präsentiert sich jede Full-Cover-Rechnung, sobald sie ehrlich ist, als ein einziger struktureller Punkt: Ohne eine Auswahl mit höherer Quote bleibt die Verlustzone der Regelfall.

Wer die Quoten erst zwei Klicks vor dem Absenden festlegen will, findet in der Wettansicht eine Live-Aktualisierung der Auswahl. Typischerweise prüft man das selbst, denn anders als bei einer gewöhnlichen Einzelwette, bei der ein Treffer sofort eine Rückzahlung erzeugt, adressiert ein Wettschein mit 31 Wetten den kompletten Block: Alle 31 Positionen werden gemeinsam verrechnet, sobald die letzte Auswahl entschieden ist.

Die grundlegenden Kriterien: Wo sich der Quotenabschlag wirklich zeigt

Was ein Systemwetten-Angebot kostet, steht nicht im Bonusbanner, sondern im Quotenschlüssel und in den Regelwerken. Der Quotenschlüssel gibt an, wie viel einer Summe aus allen Einsätzen über die Auszahlungen wieder zurückfließt — die Differenz zum vollen Betrag ist der Quotenabschlag des Marktes. Er kommt nicht von einer einzelnen Quote, sondern von der Summe der Kehrwerte aller Quoten desselben Marktes.

Diesen Abschlag zahlt der Spieler bei jeder einzelnen der 31 Positionen — er wird also einunddreißigmal fällig, nicht einmal. Das ist das entscheidende Argument gegen die alte Idee, mit einer Systemwette könne man sich aus dem Quotenabschlag der Einzelwette befreien. Je mehr Wetten eine Struktur umfasst, desto häufiger läuft sie durch dieselbe Marge. Ein Wettanbieter, dessen Quoten on einem Markt fünf Prozent des Volumens einbehalten, tut das auch innerhalb einer Full-Cover-Wette.

Wer hier genauer hinschaut, kann die Erwartung an eine Wette selten hoch bringen. Deswegen bleibt die Regel: spielt die Auswahl, nicht der Bonus. Ein Willkommensangebot mit mehreren Hundert Euro komplett zu nutzen ist nur dann sinnvoll, wenn die Minimaleinsätze und Umsatzhürden real erreichbar sind; ein Gratiswetten-Guthaben, das zum Beispiel erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags plus dem Fünffachen der dazugehörigen Einzahlung bei Quoten ab 1,7 ausgezahlt wird, kann man sich vorher einmal nüchtern durchrechnen. Genaue Posten dieser Art haben keinen Platz im Vergleich der potenziellen Riesen, sondern in der feinen Mechanik des selben Marktes.

Der Rechtsrahmen: Deutsche Erlaubnis, Whitelist, Steuer

Wer die Wahl nach Auszahlungspotenzial trifft, entscheidet mit dem falschen Kriterium — bevor irgendetwas ausgezahlt wird, muss die Wette zu einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis gehören. Und der einzige offizielle Nachweis dafür ist die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Sie zu prüfen kostet zwei Minuten und ist damit die beste Investition des Abends.

Das Konstrukt dahinter ist so einfach wie nüchtern: Die GGL mit Sitz in Halle (Saale) erteilt unter dem GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, die bundesweite Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV und überwacht den Markt einschließlich Bußgeldern nach § 28a. Die Steuer ist dagegen keine Sache der GGL, sondern des Finanzamts. Der Whitelist-Snapshot vom 2. Oktober 2026 enthält 30 Einträge: 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis, und drei reine Pferdewetten-Inhaber.

Die Detailfalle steckt in der Adresse, nicht im Namen. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist überhaupt nichts. Nach § 4c Abs. 1 läuft eine erste Erlaubnis fünf Jahre, und die Whitelist führt nur das Erteilungsdatum, niemals ein Enddatum. Deshalb steht in der Übersicht der zehn Wettanbieter nur, seit wann jemand dabei ist, und die Null-Aussage über die Zukunft ist Absicht. Nur die unter der Sporterlaubnis geführte Domain nimmt Sportwetten an — ein Kasino, Poker- oder Automaten-Permit desselben Inhabers ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln.

Ein Hinweis, der noch dazugehört, auch wenn er unbequem ist: Die Whitelist ist ein Verzeichnis der Erlaubten, kein Wechselkurs für Seriosität. Sie zeigt einen Namen und ein Datum, nicht einen Ruf.

Die Sportwettensteuer und wie sie auf einen Systemwettschein wirkt

Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Wetteinsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18). Weil die Steuer in ihrer eigenen Bemessungsgrundlage steckt, sind das rund 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags (5,3 / 105,3). Wer hier zwei Zahlen verwechselt, verwechselt die ganze Rechnung. Geschuldet wird die Steuer vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spielenden (§ 19). Ob und wie er sie weitergibt, ist seine Entscheidung — und deshalb steht sie auf dieser Seite für einen Anbieter nur dann, wenn er sie in eigenen Regeln benennt.

Zwei Anbieter tun genau das, und beide überraschen. ODDSET erhebt laut seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % („Quotenabschlag“) auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette; nach Abzug dieser Gebühr ergibt sich der für die Auszahlung maßgebliche Nettogewinn. Sportingbet nennt in seinen Wettregeln eine Steuer von 5 % des Wetteinsatzes nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und behält bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns (Einsatz × Quote) vom Gewinn ein.

Das ist der Punkt, an dem ein Systemwettschein anders durch die Mühle läuft als eine Einzelwette. Beim Quotenabschlag auf den Bruttogewinn gilt die Kürzung pro Gewinnzeile. Wer bei 31 Positionen zwölf kleine Gewinne einfährt, zahlt die Kürzung zwölfmal, und keine dieser Zeilen ist groß genug, dass es angenehm wäre. Ein Einsatz-abhängiges Modell trifft dagegen den Wettschein an sich. Wer hier wählt, wählt zwischen zwei verschiedenen Tatorten desselben Betrags — und sollte vorher wissen, welcher es ist.

Und noch ein Satz, der in dieser Diskussion regelmäßig untergeht: Die Steuer trifft auch Anbieter ohne Erlaubnis. Eine gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis. Das eine prüft das Finanzamt, das andere die Whitelist.

Was der Rechtsstatus praktisch bedeutet: Erlaubte Wettarten und Grenzen

Aus einer Erlaubnis folgt mehr als eine Steuernummer. Der GlüStV 2021 sagt genau, was auf einem legalen Wettschein stehen darf: feste Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorgänge darin, als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1), und nur die Wettarten, die die GGL zugelassen hat (§ 21 Abs. 5). Ein Spieler, der seine fünf Auswahlen für eine Lucky 31 sucht, stößt deshalb früher oder später an eine Grenze, die nichts mit Quoten zu tun hat, sondern mit dem Wettprogramm.

Live-Wetten sind der engste dieser Rahmen. Während eines laufenden Ereignisses darf nach § 21 Abs. 4 nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten gewettet werden, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball also ja, nächster Satz im Tennis ja — der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball nein. Für eine Systemwette heißt das konkret: Die Auswahlen eines Live-Wettscheins sind deutlich enger als die eines Vorab-Wettscheins, und das begrenzt die Kombinationsmöglichkeiten strukturell.

Gesperrt sind außerdem Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (nach GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich), manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht — die GGL stellt fest, dass E-Sport nicht als Sport anerkannt ist, also existiert auch kein erlaubtes E-Sport-Wetting. Virtuelle Sportarten bleiben an dieser Stelle außen vor. Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Eine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz einzelner Sportwetten besteht nicht — die 31 Linien einer Lucky 31 sind davon also nicht betroffen.

Was die Zahl der Auswahlen betrifft, ist auch das Kleingedruckte der Anbieter ein Faktor: Nach § 4 Abs. 3 ist die Teilnahme ab 18 Jahren möglich. Ein Konto pro Veranstalter mit vollständiger Verifizierung (§ 6a) — vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen erlauben.

Was ein Systemwettschein für den Spielerschutz bedeutet

Eine Einzelwette für 2 € spürt niemand. Eine Lucky 31 mit 2 € Teileinsatz sind 62 €, die in einem einzigen Klick vom Konto verschwinden. Das ist die Eigenheit dieses Formats, die man nicht wegrechnen kann: Es vervielfacht den Einsatz, ohne einen einzigen Cent mehr Rendite zu versprechen. Die Instrumente des Spielerschutzes greifen deshalb bei einer Systemwette härter und früher als bei einer gewöhnlichen Wette — und zwar nicht, weil der Gesetzgeber Systemwetten im Blick hätte, sondern weil die Beträge größer sind.

Das wichtigste Werkzeug ist das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1: standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS Limitdatei. Wer glaubt, das Limit gelte pro Anbieter, hat die Konsequenz dieses Systems noch nicht zu Ende gedacht — es gilt über alle hinweg, und es begrenzt damit auch, wie oft ein Spieler eine Full-Cover-Wette bauen kann, nicht nur wie viel er je Anbieter einsetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit festlegen (bis 10.000 €, in der Spanne 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler) — aber nur auf nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hin. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Absenken wirkt sofort, Anheben erst nach 7 Tagen.

Die Aktivitätsdatei nach § 6h verbietet Parallelspiel. OASIS nach §§ 8, 8a ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird; eine Selbstsperre dauert mindestens 3 Monate, wenn der Spieler einen Zeitraum nennt, sonst mindestens 1 Jahr. Der Panikknopf nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Blockade aus. Wer mit Systemwetten arbeitet, sollte den Panikknopf kennen — nicht, weil Systemwetten verboten wären, sondern weil sie in kurzer Zeit große Beträge bewegen und ein Werkzeug, das man erst im Ernstfall googelt, kein Werkzeug ist.

Und dann der Satz, der jeden Vergleich auf dieser Seite nachträglich überlagert: Anbieter im Ausland hängen weder an OASIS noch an der LUGAS-Datei. Wer dort spielt, gibt den gesamten beschriebenen Schutzapparat ab — dazu mehr im Abschnitt zur Legalität von Anbietern ohne Erlaubnis. Beim Zahlungsweg läuft es nach § 6b Abs. 4 übrigens ähnlich streng: nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Genau das hält Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwettenmarkt heraus. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen. Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).

Wann ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis für Systemwetten in Frage kommt — und wann nicht

Man muss diesen Abschnitt nicht moralisch führen, sondern praktisch. Wer in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Erlaubnis hat in Deutschland keine Bedeutung, und die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten — im September 2026 nannte sie in dieser Warnung ausdrücklich „wie etwa Platincasino“.

Strafrechtlich steht das auf zwei Beinen: Veranstalten nach § 284 StGB bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, Werbung bis zu einem Jahr; die Teilnahme nach § 285 StGB bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt — das ist weder ein Freibrief noch ein Anlass zur Dramatisierung. Durchgesetzt wird über Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzwerkblockaden (§ 9). Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage liegt seit dem Vorlagebeschluss des Bundesgerichtshofs vom 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) beim Europäischen Gerichtshof; dort fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Im März 2026 hat Generalanwalt Nicholas Emiliou in seinen Schlussanträgen (Rechtssache C-530/24, Tipico) die Verpflichtung unerlaubter Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze grundsätzlich für möglich gehalten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.

Kein Urteil dieser Welt verspricht einem einzelnen Spieler eine Rückzahlung. Die praktische Bilanz bleibt deshalb eine Abwägung mit zwei Spalten: auf der einen Seite die Anbieter ohne Erlaubnis mit höheren Limits und weniger Formalitäten, auf der anderen die Whitelist mit Rechtssicherheit, Spielerschutz, vollständiger Verifizierung und Zahlungen vom eigenen Konto — und mit 1.000 € Standardlimit sowie eingeschränkten Live-Märkten als Preis dafür. Wer eine Lucky 31 mit 31 Linien baut, merkt die eingeschränkten Live-Märkte zuerst.

Wie die Sportwettensteuer und die Mindestquoten den Wert einer Wette kürzen

Über den Wert einer Full-Cover-Wette entscheidet am Ende eine Rechnung, die kaum jemand aufmacht: Was bleibt von einer Wette übrig, nachdem der Markt seinen Teil genommen hat. Der Quotenschlüssel eines Marktes ergibt sich aus eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten; der Quotenabschlag ist der Rest bis 100 %. Diese Zahl gehört zu einem Markt und einem Anbieter, nicht zu „den Quoten“ allgemein.

Für eine Systemwette ist das der wichtigste Satz dieses Abschnitts: Der Abschlag fällt auf jeder der 31 Positionen an. Deshalb ist der Vergleich zweier Anbieter nicht der Vergleich zweier Startseiten, sondern zweier Regelwerke. Und deshalb steht in jeder Prüfung vor dem Wettschein die Frage, ob der Anbieter Systemwetten mit Einzelwetten überhaupt in seinem Wettprogramm führt — bei einem Teil des Marktes hängt das an der Ausführung des Konfigurators, nicht an einer beworbenen Produktzeile.

Bei denjenigen, die das Format tragen, unterscheiden sich die Bedingungen stärker als die Quoten. Ein Anbieter, der seine Gewinne über einen Quotenabschlag kürzt, gibt dem Spieler eine andere Rechnung als einer mit einer einsatzbezogenen Logik. Und ein Anbieter, der Systemwetten beim Cash-out ausschließt, nimmt dem Spieler eine Rückzugstür genau bei dem Wettschein, bei dem er sie am ehesten brauchen würde. Wer diese drei Merkmale in der richtigen Reihenfolge prüft — Erlaubnis, Systemwetten im Programm, Behandlung von Gewinn und Cash-out — hat die Kaufentscheidung nach drei Prüfschritten hinter sich.

Die geprüften Wettanbieter im Detail

Zehn Veranstalter mit deutscher Sporterlaubnis, in der Reihenfolge des Vergleichs. Jede Einschätzung am Ende eines Abschnitts ist eine Bewertung dieses Textes und keine Aussage der Anbieter.

MERKUR BETS: der Club mit den niedrigen Hürden für Kombiwetten

MERKUR BETS hält seit dem 6. November 2023 eine Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist, Inhaber ist die Merkur Bets Malta Limited. Das ist unter den zehn die jüngste Erlaubnis und damit der kürzeste Erfahrungswert im deutschen Regulierungsrahmen. Für eine Full-Cover-Struktur heißt das vor allem: weniger Historie im deutschen Wettprogramm, aber volle Einbindung in Limit- und Sperrsysteme.

Seinen Kombinationswetten hat das Haus einen eigenen Club gegeben. Für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 schüttet der MERKUR BETS CLUB bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 9. Juni 2025 bis zum 14. Juli 2025. Der Mechanismus liest sich großzügig, die Relation nicht: Wer für eine 5-€-Freebet einen Wocheneinsatz von 25 € und eine Quote ab 4,00 vorweisen muss, arbeitet mit einem Zuschuss, der sich über mehrere Wochen erst wieder einfahren lässt. Die Aktionsdauer ist inzwischen ohnehin abgelaufen.

Ehrlich gesagt: Ein Anbieter mit einer Kombiwetten-konfigurierbaren Struktur passt besser zu einer kleinen Kombination als zu einer 31-Linien-Maschine. Wer eine Lucky 31 bauen will, findet hier die schwächste Ausgangslage der zehn, weil ein Club auf Kombinationen zugeschnitten ist, in denen der Spieler drei oder vier Wetten unterbringt. Wer dagegen ohnehin mit Dreiern und Vierern arbeitet, findet im selben Haus einen Mechanismus, der sich in seinen Alltag einfügt.

Wettarena: 250.000 Euro pro Woche und die Konto-Schwelle

Wettarena wird auf der Whitelist mit der I.B.C. Sportsbetting Limited als Inhaber geführt, die Erlaubnis datiert vom 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Fünf Jahre am Markt und eine Erlaubnis aus dem ersten Jahr des GlüStV-Regimes — die Eingewöhnung ist hier vorbei.

Die AGB setzen den Rahmen für Systemwetten bei diesem Anbieter. Der Höchstgewinn kann bis zu 250.000 € pro Wettschein und pro Woche betragen. Und ohne Kundenkonto können Gewinne über 1.999,99 € nicht ausgezahlt werden. Der zweite Punkt ist der schärfere: Ein Spieler, der eine Full-Cover-Wette mit hohem Auszahlungspotenzial abgibt, kann die ersten prächtigen Zahlen auf dem Wettschein nur dann in voller Höhe abholen, wenn ein verifiziertes Konto dahintersteht. Die Obergrenze von 250.000 € pro Wettschein und pro Woche ist dagegen kein praktisches Limit für Normalverdiener, sondern eine Absicherung des Veranstalters gegen einen Ausreißer. Die eigentliche Schwelle liegt bei 1.999,99 € — genau dort, wo eine Viererkombination mit drei Favoriten und einer Quote von 4,00 auf einem 1-Euro-Teileinsatz landen kann.

Wer eine Lucky 31 spielt, um einen großen Treffer zu landen, verhandelt in Wahrheit mit dieser Zahl und nicht mit den 250.000 €. Ein Konto ist in Deutschland ohnehin nach § 6a Pflicht, aber der Unterschied zwischen „angemeldet“ und „verifiziert“ kostet gegebenenfalls Geld.

bwin: Cash-out, Live-Streams und der Wettkonfigurator von bwin

bwin wird auf der Whitelist unter der bwin (Deutschland) Limited geführt, erste Erlaubnis vom 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022.

Für Systemwetten zählt hier vor allem der Werkzeugkasten. Die bwin-Sportwetten-App wird im Apple App Store von der bwin.party entertainment Limited angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Cashout — manuell und automatisch —, Live-Streams und Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost. Der Doppel-Boost ist für eine Full-Cover-Wette ein Detail mit Folgen: Ein Kombi-Boost, der auf eine Gewinnquote aufgeschlagen wird, verändert den Wert jeder einzelnen Position, und in einem 31-Linien-Aufbau gibt es viele Positionen, an denen er greifen kann. Ob und bis zu welcher Grenze der Boost bei Systemwetten tatsächlich verrechnet wird, ist in dieser Kurzbeschreibung nicht ausgewiesen.

Der Kritikpunkt liegt daneben. Quoten-Boosts und Kombi-Boosts sind in der Werbung immer präsenter als in der Verrechnung. Bei einem Anbieter mit so breitem Zusatzangebot gilt deshalb die Regel, die man nur vorher anwenden kann: Wer den Boost für sein System einplant, sollte ihn einmal im abgegebenen Wettschein nachverfolgen, bevor er ihn als festen Bestandteil der Rendite betrachtet. Wer für die Live-Übertragung primär wegen des Streams zu bwin wechselt, sollte das nicht mit einem Quotenvorteil verwechseln.

AdmiralBet: der Anbieter mit dem größten Konto und dem zweitstärksten Systemvermögen

AdmiralBet führt die Whitelist unter der Greentube Betting Malta Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Zusätzlich besteht für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de eine Erlaubnis seit dem 28. September 2022. Für Sportwetten ist nur die Sport-Erlaubnis maßgeblich.

Diese Doppelstruktur ist kein Produktmerkmal, sondern eine Warnung an den Vergleich: Wer AdmiralBet in einer Casino-Umgebung spielt, spielt unter einem anderen Regelwerk als im Sportwettenbereich. Die Folgeerlaubnis von 2024 im Sportsegment weist dabei auf eine jüngere Auffrischung hin als die meisten anderen Häuser auf dieser Liste, die zuletzt 2022 nachlizenziert haben — ein Detail ohne Quotenvorteil, aber mit Signalwirkung für den Verwaltungsaufwand, den ein Anbieter auf seinen Bestand verwendet.

Von den zehn hier geprüften Veranstaltern liegt AdmiralBet damit beim Sportangebot in der Mitte des Feldes, beim Casino-Angebot an der Spitze. Für eine Full-Cover-Wette zählt nur das Erstere — und dabei ist es eines der Häuser, bei denen die 31 Linien im Konfigurator liegen, nicht im beworbenen Produkt.

LeoVegas: vier Jahre weniger Erfahrung, volle Spielerschutzpflichten

LeoVegas ist der Spätstarter unter den Zehn: Die LVSports Limited ist seit dem 21. Oktober 2024 Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis, für virtuelle Automatenspiele besteht bereits seit dem 27. Februar 2023 eine Erlaubnis. Für eine Marke, die international groß geworden ist, ist der deutsche Sportmarkt damit neu.

Wer in dieser Konstellation über eine Lucky 31 nachdenkt, sollte die deutschen Grenzen nicht als Anhängsel der Marke lesen. Die 1.000-€-Standardgrenze des Einzahlungslimits, die OASIS-Prüfung und das Aktivitätsverbot gelten für LeoVegas genauso wie für ein Haus mit zehn Jahren deutscher Historie. Der Unterschied liegt nicht im Recht, sondern in der Betriebsblindheit: Ein junges deutsches Sportangebot ist weniger eingespielt.

Vier Jahre Abstand zur Erlaubnis von 2020 sind in Bonusfragen keine Kleinigkeit, denn die Bedingungen, die ein Haus in seinem ersten Jahr aufsetzt, werden in der Regel über mehrere Jahre nachgeschärft. Für Spieler, die ein vertrautes deutsches Wettprogramm suchen, ist das kein Grund zur Ablehnung — nur ein Grund, die Bedingungen vor dem ersten Wettschein vollständig durchzulesen. Wer auf die reine Casino-Erfahrung setzt, findet unter dieser Marke mehr Geschichte als im Sportbereich.

Sportingbet: 100.000 Euro Höchstgewinn, 5 % Steuer und ein Systemwetten-Nein beim Cash-out

Sportingbet hält die Erlaubnis über die Sportingbet (Deutschland) Limited, erstmals am 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Im Programm steht ein „Konfigurator+“ neben Live-Wetten, dazu Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker.

Die Bedingungen dieses Hauses sind für Systemwetten die wichtigsten im Feld, weil sie an mehreren Stellen zugleich greifen. Nach den Nutzungsbedingungen beträgt der Höchstgewinn pro Sportwette 100.000 €; innerhalb von sieben Tagen gilt eine Obergrenze von 250.000 € Nettogewinn ohne Einsätze, darüber hinaus besteht keine Auszahlungspflicht. Dazu kommt die Steuerregel: 5 % des Wetteinsatzes nach § 17 Rennwett- und Lotteriegesetz, und bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns (Einsatz × Quote) vom Gewinn ein. Und Cash Out gibt es nur bei Einzel- und Kombiwetten, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten; der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach der Wettauswertung gutgeschrieben.

Das ist die klarste Konsequenz auf dieser Seite, und sie ist unangenehm. Wer eine Lucky 31 bei Sportingbet abschließt, verzichtet von Anfang an auf die Ausstiegsmöglichkeit. Genau bei einer 31-Wetten-Struktur wäre Cash-out das interessanteste Werkzeug — bei vier laufenden Auswahlen von fünf ist die Wette ein Vermögenswert, und ein Anbieter, der sie in diesem Moment nicht liquide macht, bindet den Spieler bis zum Schluss. Der 5-%-Einbehalt vom Bruttogewinn kürzt zusätzlich jede einzelne Gewinnzeile. Wer hier strategisch spielt, sollte das Angebot so einschätzen: sauberes Programm, klare Regeln, aber mit dem Verzicht auf einen frühen Ausstieg in einem Format, das ihn am dringendsten braucht.

Tipico: der Systemanbieter mit der längsten Wachstumsgeschichte

Tipico ist auf der Whitelist unter der Tipico Co. Limited geführt, Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta. Die Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis auf den 9. Dezember 2022. Gegründet wurde das Unternehmen 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle.

Die zweiundzwanzig Jahre Unternehmensgeschichte sind für diesen Vergleich mehr als eine Fußnote, denn sie bedeuten ein eingespieltes deutsches Wettprogramm. Wer eine 31-Wetten-Struktur baut, trifft hier auf marginale Verzögerungen im Konfigurator und nicht auf die Frage, ob das Produkt grundsätzlich existiert.

Genau in dieser Geschichte liegt aber auch die kritischste Randnotiz des Abschnitts: Tipico ist der Anbieter, auf den sich der Vorlagebeschluss des Bundesgerichtshofs vom 25. Juli 2024 und die Schlussanträge des Generalanwalts im Verfahren C-530/24 beziehen. Ein Spieler, der heute bei Tipico eine Lucky 31 abschließt, spielt in einem völlig anderen Rechtsrahmen als in den Jahren 2013 bis 2018, auf die der Fall zurückgeht. Die Kontinuität des Anbieters ist trotzdem ein Argument, und zwar ein ruhiges: Lizenzen, Programme und Regeln eines Hauses mit dieser Historie ändern sich langsamer als die eines Neulings.

Betway: Cash-out in Teilbeträgen und Konfigurator+ für Kombinationen

Betway ist über die Betway Limited erlaubt, erstmals am 9. März 2021, mit Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Bei den Startdaten sind das fünf Monate Abstand zur großen Gruppe der Zehn aus dem Oktober 2020 — kein Qualitätsunterschied, aber eine andere Ausgangslage in der Programmreife.

Zwei Werkzeuge sind für eine Full-Cover-Wette relevant. Beim Betway-Cash-out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Und der Wettkonfigurator für Fußballspiele, Konfigurator+, kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien. Der Teil-Cash-out ist in einem Systemwetten-Aufbau ein interessanteres Werkzeug als der Vollausstieg: Wer einen Teil der 31 Positionen früh realisiert und den Rest laufen lässt, kann die Auszahlung deutlich anders steuern als mit einer einzigen Ausstiegskarte.

Was der Abschnitt nicht hergibt, ist eine Aussage darüber, ob der Cash-out ausdrücklich auch für Systemwetten freigeschaltet ist — die Beschreibung nennt Einzelwetten und Kombinationen. Wer dieses Werkzeug einplant, sollte deshalb vor dem Absenden prüfen, ob der grüne Knopf bei einer 31-Linien-Wette überhaupt erscheint. Die Konfigurator-Funktion adressiert Fußballspiele aus verschiedenen Partien, was bei fünf Auswahlen aus fünf verschiedenen Spielen der typische Aufbau einer Lucky 31 ist.

ODDSET: das System „ALL“, die eigene Systemtabelle und der 5-%-Quotenabschlag

ODDSET wird von der Oddset Sportwetten GmbH betrieben, mit einer Erlaubnis seit dem 18. November 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Dass die Systemtabelle dieses Hauses als einzige unter den Zehn das System „ALL“ mit seinen 31 Wetten bei fünf Tipps ausdrücklich ausweist, ist kein Zufall: Ein deutscher Anbieter mit einer lange gepflegten Wettanleitung beschreibt, was seine Kunden tatsächlich verwenden.

Allerdings hat das Haus eine Gebührenregel, die den Vergleich der Auszahlungen entscheidend mitbestimmt. Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erhebt ODDSET bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % („Quotenabschlag“) auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette; nach Abzug der Gebühr ergibt sich der für die Auszahlung maßgebliche Nettogewinn. Bei einer Systemwette wird diese Gebühr auf jeder Gewinnzeile fällig.

Das ist der eigentliche Preis des Modells. Eine Struktur mit 31 Positionen produziert in der Regel mehrere kleine Gewinne — und auf jede von ihnen geht derselbe anteilige Abschlag. Wer die 5 % als Kleinigkeit abtut, hat die Multiplikation nicht gemacht. Der Punkt, der hier wirklich zählt, ist derselbe wie bei Sportingbet, nur an anderer Stelle der Rechnung: Ein System mit vielen Positionen trägt einen prozentualen Aufschlag häufiger als eine einzelne Wette. ODDSET liefert Fachbegriff und Systematik für die Zahl 31; es liefert aber auch die Gebühr, die diese Zahl am Ende kostet. Wer die Systemtabelle als Bauplan nimmt, sollte den Quotenabschlag als Teil des Bauplans lesen.

bet365: Boosts auf Kombinationen und die Ausnahme beim Systemwetten-Rahmen

bet365 wird auf der Whitelist unter der Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta geführt — Inhaber der Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Die Whitelist trägt für dieses Haus die Hillside (Europe) ENC als Inhaber, eine Marke, die unter anderen Adressen auch in anderen Jurisdiktionen tätig ist.

Für Systemwetten interessant sind die Boosts. bet365 bietet einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei 3 oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Der zweite Boost skaliert damit direkt mit der Struktur: Je mehr Auswahlen eine Kombination enthält, desto höher der Prozentsatz. Genau das müsste in einer Full-Cover-Wette am stärksten greifen, weil die Fünferkombination die meisten Auswahlen trägt — vorausgesetzt, der Boost gilt in der Systemwette überhaupt für die einzelnen Kombinationen und nicht nur für eine Kombinationswette am Stück. Diese Frage ist in der zitierten Quelle nicht beantwortet.

Damit ist der Abschnitt auch eine Warnung an den eigenen Ehrgeiz: Ein Boost mit Staffelung nach Auswahlen klingt nach einem eingebauten Systemwetten-Vorteil. Ob er es ist, entscheidet sich am Ende an einer Zeile im Kleingedruckten, die man nicht vor dem Absenden liest. Wer die Kombinationen einer Lucky 31 deshalb beim Haus mit dem höchsten Gewinn-Boost baut, sollte die Boost-Zeile im abgegebenen Wettschein prüfen und nicht in der Produktwerbung. Und wer die Werbung ernst nimmt, sollte ehrlich bleiben: Ein Prozentsatz von unbestimmter Höhe, der von der Zahl der Auswahlen abhängt, ist keine kalkulierbare Größe, sondern ein Anreiz, größere Strukturen zu bauen.

Für wen sich welche Struktur lohnt

Am Ende stehen drei Prüfschritte, und die Reihenfolge ist entscheidend. Erstens: die Sport-Erlaubnis der Domain auf der Whitelist — ohne Erlaubnis ist alles Folgende nachrangig. Zweitens: Systemwetten mit Einzelwetten im Konfigurator, denn ein Anbieter ohne diese Struktur nimmt dem Spieler das Format; nach der Systemtabelle von ODDSET ergeben fünf Tipps im System ALL insgesamt 31 Wetten, und eine Lucky 31 braucht einen Anbieter, der diese Rechnung kennt. Drittens: die Behandlung der Gewinne und der Ausstiegsmöglichkeit. Wer nur eine Position pro Wettschein spielt, braucht die dritte Frage nicht. Wer 31 Positionen in einen Wettschein packt, braucht sie zuerst.

Nach diesem Maßstab führen für eine Lucky 31 die Häuser mit ausgewiesener Systematik: ODDSET, dessen Systemtabelle die 31 Wetten ausdrücklich führt, und Tipico mit einem über zwei Jahrzehnte eingespielten Wettprogramm. Für Spieler, die das Format einmal mit kleinem Teileinsatz ausprobieren wollen, sind Merlin Bet und Betway mit ihren Cash-out-Werkzeugen die praktischeren Zwischenstationen. Und wer Wert auf Liquidität legt, meidet Anbieter, die Systemwetten beim Cash-out ausschließen. Wer Wert auf die volle Einzahlung des Gewinns legt, meidet Anbieter, deren Regelwerk einen Höchstgewinn je Wettschein führt.

Fragen und Antworten zu Lucky-31-Wetten

Was ist eine Lucky-31-Wette eigentlich, und welche Wetten sind darin?

Eine Lucky 31 ist eine Full-Cover-Wette mit fünf Auswahlen, bei der die Einzelwetten eingeschlossen sind. Aus fünf Tipps entstehen dabei fünf Einzelwetten, zehn Doppel, zehn Dreier, fünf Viererkombinationen und eine Fünferkombination. Der Gesamteinsatz beträgt das Einunddreißigfache des Teileinsatzes je Linie.

Wie viele Wetten ergeben fünf Auswahlen im System ALL?

Nach der Systemtabelle von ODDSET ergibt das System „ALL“ bei fünf gewählten Tipps 31 Wetten — Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen. Das versteht sich nach dem Prinzip der Full-Cover-Wette, die alle Teilsysteme über fünf Auswahlen abdeckt.

Worin liegt der Unterschied zwischen Lucky 31 und Lucky 15?

Beide sind Full-Cover-Wetten mit Einzelwetten, sie unterscheiden sich nur in der Zahl der Auswahlen. Bei vier Auswahlen entstehen 15 Wetten, bei fünf Auswahlen 31. Der Name nennt jeweils die Gesamtzahl der abgegebenen Wetten, nicht die Anzahl der Tipps.

Wie rechnet ein Lucky-31-Rechner Einsatz und Auszahlung?

Ein Rechner multipliziert den Teileinsatz mit 31, um den Gesamteinsatz zu bestimmen, und verrechnet jede der Positionen mit ihrer eigenen Quote. Bei drei Treffern zählt er den Rückfluss der betreffenden Wetten zusammen. So sieht der Spieler vorher, welcher Rückfluss bei welcher Trefferzahl anfällt.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Systemwetten aus?

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Wetteinsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter. Behält ein Anbieter sie beim Gewinn ein, was seine eigene Entscheidung ist, kürzt das jede einzelne Gewinnposition des Wettscheins.

Woran erkennt man eine deutsche Erlaubnis für Lucky-31-Wetten?

An der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige offizielle Prüfung. Sie führt Inhaber und Domain mit dem Erteilungsdatum, aber kein Enddatum. Nur die unter der Sporterlaubnis gelistete Domain nimmt Sportwetten entgegen; eine .de-Domain allein beweist nichts.

Inhalt erstellt vom Team «MotoGP Sportwetten»